Last Night

Last Night

Last Night

Die Morgenluft kribbelte mit der letzten Nacht um die Wette. Langsam aber deutlich breiteten sich die ersten Lichtstrahlen über die Stadt, die nie ganz dunkel wurde. Die feuchte Kühle legte sich über den Schweiß fremder Menschen und verschütteten Alkohol auf ihrer Haut, befreite ihre Lunge von Zigarettenrauch und Nebelmaschinen und drang durch den dünnen Stoff ihres Kleids bis auf ihre nackten Brüste vor. Sie hatte nur eben das Kleid übergestreift, als sie versucht hatte, aus dem Bett zu klettern, ohne Caro zu wecken, und auf die Dachterrasse getreten war. Der Beton fühlte sich gut unter ihren nackten Füßen an, erdete sie. Sie liebte die frühen Morgenstunden nach durchlebten Nächten. Den Übergang, wenn der Club noch in ihr steckte, wenn sie die Küsse der vergangenen Stunden noch auf ihren Lippen schmeckte. Jetzt freute sie sich auf ihren Kaffee und ein Frühstück. Sie könnte die erste Bahn nehmen, Caro einen Zettel mit ihrer Nummer dalassen. Aber sie wusste, dass sie selbst es gerade noch nicht ertrug, allein zu sein. Plötzlich spürte sie eine Hand an ihrer Taille, drehte sich um und hatte innerhalb weniger Sekunden Caros geöffnete Lippen gefunden, die ihr die Entscheidung abnahmen.