Prolog

Der Dämonenmeister der Königin

Prolog

Von Vorfreude erfüllt spazierte die sonderbare Gestalt durch die dunklen Gassen der kleinen Stadt. Sie hatte einen Plan. Einen wichtigen Plan. Einen furchtbaren Plan.

Doch war die Gestalt nicht darum bemüht, unauffällig zu sein. Ganz im Gegenteil. Sie hatte sich extra in bunte Gewänder gehüllt: Die Gestalt trug einen großen smaragdgrünen Hut mit einer violetten Feder am schwarzen Hutband, dazu einen Wams aus bunten Stoffstreifen über einem smaragdgrünen Hemd und einer Hose in der selben Farben.

Ihre roten Schnabelschuhe wurden von kleinen Glöckchen an den Spitzen geziert, die bei jedem Schritt leise klingelten.

Ein angenehmer, weicher Klang, der sich mit dem sanften Nieselregen der Sommernacht mischte.

Die Gestalt war auf der Suche nach der besten Stelle zum Anfangen. Den besten Zeitpunkt zur Durchführung ihres Plans hatte sie bereits gefunden. Der Zeitpunkt war jetzt.

Als sie an einem Brunnen vorbei kam, blieb sie stehen. Die Gestalt zog die Flöte aus ihrem Gürtel und hielt sie hoch. Das filigrane Instrument glitzerte silbrig im spärlichen Licht.

Ein Lächeln huschte über ihre blassen, sanft geschwungenen Lippen, bevor die Gestalt auf der Flöte zu spielen begann. Eine wundervolle Melodie ertönte. Zarte, silberhelle Töne erfüllten die Straßen und Gassen der kleinen Stadt. Leben regte sich in einigen der Häuser. Leise kamen die ersten Kinder aus den Türen. Sie begannen wie in Trance zu der überirdisch schönen Musik zu tanzen, sich im Takt zu wiegen und der Gestalt mit der Flöte zu folgen.

Straße um Straße, Gasse um Gasse zog die seltsame Gruppe durch die Stadt und wurde größer und größer. Immer mehr Kinder folgten der betörenden Melodie des Flötenspielers, die keiner über siebzehn zu vernehmen vermochte.

Es waren nur noch wenige Meter, bis die Gestalt die ganze Stadt durchquert hatte. Ihr Weg führte zum Osttor. Hinaus in den Wald und zum Berg. Dort wartete das magische Portal auf sie.

Hundertdreißig Kinder folgten der Gestalt. Alle Kinder über vier, die die Melodie hören konnten. Alle bis auf drei: Ein blonder Junge, der nicht besonders gut hören konnte, ein blondes Mädchen, das zu krank und zu schwach war, um mitzugehen und ein Junge mit kastanienbraunem Haar, den alle im Ort für schwachsinnig hielten.

Das Mädchen