Kapitel 02

Love always goes through

Kapitel 02

„Gegen wen spielen die Jungs denn?", fragte ich ahnungslos.

„München."

Das Spiel wurde angepfiffen und der Ball rollte. Es fielen zwei Tore für die Schwarz-Gelben. Shirley wurde grob gefoult und sein Kontrahent flog mit glatter roter Karte, wegen unnötiger Härte, vom Platz.

Als es zur Halbzeitpause in die Kabinen ging kam der Torhüter zu uns und sah zu mir rauf.

„Cooles Trikot", lächelte er und grinste.

„Danke. Halt den Kasten weiter sauber. Wir sehen uns beim Meet & Greet", antwortete ich und er lachte.

„Der Punkt geht an dich. Bis später."

Ich nickte und Sara sah mich ungläubig an.

„Das du nicht in Ohnmacht fällst, wundert mich dann doch. Zeig mal deine bisher gemachten Fotos", bat sie, was ich vorerst ablehnte.

„Nachher. Beim letzten Mal als ich Shirley traf, versprach ich ihm, das er die Bilder zusammen mit dir angucken darf und das möchte ich halten."

„Also gut. Was sagst zu Bürki?"

„Ich glaube, dein Bruder sagte, er heißt Roman. Bis jetzt macht er einen guten Eindruck auf mich, warum?", wollte ich wissen.

„Naja, er hat versucht mit dir zu flirten. Ich wäre umgekippt. Er ist mega sexy."

„Kann es sein, das du eifersüchtig bist?"

„Vielleicht solltest du nach einem Single Ausschau halten, der zu dir passt. Wie wäre es mit der 5? Oder der 8?", fragte ich ahnungslos.

„Oh Mann, Lessa. Die 5 ist Marc Bartra. Er ist verheiratet und hat ein Kind, genau wie die 8. Das ist Nuri Sahin", erklärte sie mir und ich nickte.

„Tut mir leid. Ich habe echt keine Ahnung von Fußball. Von Spielern erst recht nicht", gab ich peinlich berührt zurück und fügte hinzu: „Ich heiße Alessia und nicht Lessa!"

„Schon gut. Sei doch nicht gleich sauer!"

Plötzlich tauchte Roman vor uns auf.

„Hey, Mädels!", rief er rauf und wir sahen zu ihm runter.

„Was gibt es?", wollte ich wissen.

„Wir wollen das Meet & Greet beim Italiener oder im Vapiano abhalten. Was ist Euch lieber?"

Verblüfft sahen Sara und ich uns an.

„Also Lessa, mir ist der Italiener lieber und dir?"

„Das Vapiano. Jungs macht das unter Euch aus, aber Hunger haben wir schon", antwortete ich ihm.

„Also gut. Wir lassen uns was einfallen. Drückt uns die Daumen."

„Wird gemacht, wenn du den Kasten sauber hältst!"

„Das ist ein Deal."

Schon verschwand er wieder.

Kopfschüttelnd setzte ich mich wieder hin und sah Sara an, die mich erneut ungläubig ansah, sagte jedoch nichts. Die zweite Halbzeit wurde angepfiffen und Roman musste so manchen guten Torschuss abwehren und ich freute mich, wenn er dies schaffte.

Für Dortmund fielen zwei weitere Tore und Roman wehrte einen letzten Torschuss ab und der Spieler konnte nicht mehr bremsen und krachte mit ihm zusammen. Er blieb regungslos liegen. Das Spiel wurde abgepfiffen.

„Scheiße", entfuhr es uns und ich hatte Tränen in den Augen.

André kam zu uns und sah, das ich beinahe am Weinen war und hielt mir seine Hand hin, die ich annahm.

„Er wird wieder. Roman ist ein harter Hund und ist bei Bewusstsein. Eine Platzwunde hat er und sieht ein paar Sterne. Aber der steht gleich wieder. Vertraut mir. Nicht weinen, Lessa!"

Ich nickte dankbar und er ging zu Roman und kümmerte sich um ihn. Shirley hatte Recht behalten. Roman stand wieder und drehte sich zu mir um. An der Augenbraue klaffte eine tiefe Wunde und blutete stark. Dann kam er zu mir.

„Hey, Lessa!", rief er und ich sah zu ihm runter.

„Fängst du auch noch an? Das reicht mir, das die Schürrles das machen. Ich heiße Alessia.", gab ich zurück.

„Okay. Entschuldigung. Weine nicht, ja? Mir geht es gut. Komm mit deiner Freundin zum Eingang zu diesen Plätzen. Wir nehmen Euch direkt mit."

Ich nickte und er ging.

„Komm, Sara."

Rasch verstaute ich die Kamera und nahm die Taschen über meinen Oberkörper und hatte meine Jacke in der Hand. Ich nahm Saras Hand und zog sie vorsichtig mit mir mit.

Ihre Hand war eiskalt und zitterte leicht. Wir kamen bei der Mannschaft an und wurden sofort begrüßt. André nahm Saras Hand und bot mir den Arm an, was ich auch annahm. Er grinste übers ganze Gesicht. In der Kabine angekommen, gingen die Männer nach einander Duschen und nahmen gleich Kleidung mit.

Roman wurde als erstes verarztet und dann unter die Dusche geschickt. André war als erster vom Duschen zurück und knuddelte uns beide.

„Hast du wieder viele Bilder gemacht, Lessa?"

Diesmal haute ich ihm leicht vor die Brust.

„Lass das, Shirley. Du weißt ganz genau, wie sehr ich es hasse so genannt zu werden", ermahnte ich ihn und er grinste.

„Klar weiß ich das, aber es macht Spaß dich ein bisschen zu ärgern."

„Oh, na dann. Horsti."

Man hörte die Mannschaft lachen und André sah mich ungläubig an.

„Das hast du jetzt echt nicht gebracht! Woher weißt du das überhaupt?"

Ich deutete lässig auf Sara, die rot um die Nasenspitze wurde.

„Sorry, kleiner Bruder!", nuschelte sie und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Sara ist nur 174 Zentimeter groß, während André und ich sie um 10 Zentimeter überragten.

Endlich kam auch der Rest der Mannschaft aus der Umkleide vor den Duschen, wie ich mal ganz stark vermutete. So auch Roman. Der Arzt sah noch mal nach dem Pflaster über seinem linken Auge.

„Thomas, du musst im Training aufpassen, das die Wunde nicht noch einmal aufgeht, denn dann komme ich nicht drum herum und muss es nähen. Dann darf er nämlich nicht trainieren oder spielen bis ich grünes Licht gebe", warnte der Arzt und ging.

Dann beginnt die Mannschaft sich vorzustellen und gibt Sara und mir die Hand. Als Roman mir die Hand reicht und ich diese Geste annehme, durchfährt mich ein angenehmes Kribbeln im Bauch.

Kapitel 03