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Die weiße Magierin - Kampf um Prelon #newpipertalent

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»Es war zu einer Zeit, als alle Hoffnung verloren war. Die Kriegsherren der fünf Reiche trieben ihre Armeen unaufhörlich in den Kampf und die Schlachten tobten schon lange nicht mehr nur an den Grenzlanden, sie hatten längst die Städte erreicht. Menschen flohen sich tiefer ins Landesinnere hinein und suchten Schutz in den Tempeln der Göttin, doch der Krieg fand auch hier Einzug. Und wenn du jetzt glaubst, dass die Meisten damals durch die Klinge eines Schwertes starben, so sei dir gesagt, dass es weit schlimmere Wege gibt, diese Welt zu verlassen. Kaum ein Bauer bestellte noch seine Felder. Hungersnöte machten sich breit und Krankheiten schwächten die Männer und Frauen, die seit Jahren durch die Lande zogen, um für ihren König in der nächsten Schlacht einen Sieg zu erringen oder ehrenvoll zu sterben. Kein Reich blieb davon verschont und die Reihen der Krieger lichteten sich. An ihre Stelle traten Jünglinge.« Der Alte stupste dem kleinen Jungen neckisch auf die Nase. »Manche waren nicht älter als du.«
»Ich wäre voller Stolz für mein Reich in die Schlacht gezogen!«, gab der Junge entschlossen zurück.
Der Alte lachte. »Ja, da bin ich mir sicher. Doch, du kennst nur die Lieder der Barden, die stets dazu neigen einen Krieg durch seine Helden zu glorifizieren. Dabei sparen sie die unschönen Details aus.«
»Aber wir haben den Krieg doch gewonnen.«
»Nein, kleiner Prinz. Im Krieg gibt es keine Sieger. Nur bittere Erkenntnis, Schmerz und Tod. Auf allen Seiten. Selbst als es uns, dank der Göttin gelang, die prelonischen Armeen zurückzudrängen, wussten die Weisesten unter uns, dass auch wir verloren hatten. Denn nach der Schlacht folgte eine Leere und Hilflosigkeit, die unserem Volk die Hoffnung nahm. Daher hat dein Ur-Großvater gemeinsam mit den anderen Königen beschlossen, ein Friedensabkommen abzuschließen. Du wirst einst König sein. Es ist deine Aufgabe, diese Abkommen aufrechtzuerhalten und wenn der Tag gekommen ist, deinen Erben ein Reich in Frieden zu übergeben.«
Der Prinz schaute seinen alten Lehrmeister skeptisch an. »Aber, wenn wir unsere Feinde besiegen, dann haben wir doch Frieden bis in alle Zeiten?«
Der Alte lächelte. »So dachten deine Vorfahren auch. Die Folge war ein Krieg, der Jahrhunderte währte.« Er legte dem Jungen eine Hand auf die Schulter. »Du solltest ihre Fehler nicht wiederholen«, sagte er leise.
Der Prinz wirkte nachdenklich. »Aber die Göttin ist auf unserer Seite. Sie hat uns einmal geholfen, sie wird es wieder tun.«
»Die Göttin steht auf der Seite von niemanden, Prinz Thanatos. Sie wurde dem Krieg überdrüssig und entsandte ihre Rächer, um diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Hätten wir damals vor den Toren Prelons gestanden, hätte ihr Zorn uns getroffen. Sei nicht so töricht zu glauben, dass die Sonnengöttin jemals Partei ergreifen würde. Seit einhundert Jahren herrscht Frieden. Seit einhundert Jahren hat sie sich nicht mehr in die Belange der fünf Reiche eingemischt. Wir sollten dankbar dafür sein.«
»Aber ...«, begann Thanatos.
»Nein, es ist genug für heute«, sagte der Alte sanft. »Schlaf jetzt, kleiner Prinz und vergiss meine Worte nicht.«

Doch einhundert Jahre nach dem großen Krieg, im zweiten Zeitalter nach Gerion, gärte die Saat, die Perdosien erneut an den Rand eines Krieges führte. Im Königreich Prelon, ein Land gezeichnet durch Intrigen und Verrat, schlossen wenige einen Pakt, der das Schicksal vieler bestimmen sollte. Die Geschicke Perdosiens lagen nun erneut in den Händen der fünf Könige.

Das Land erzählt die Geschichte eines jungen Prinzen, der zum König des Westens heranwuchs. Es erzählt die Geschichte einer Königin, die von Rachsucht getrieben ihren Weg mit Blut beschritt. Die, vom König des Südens, dem es gelingen musste Freund von Feind zu unterscheiden. Und die der Wüstenkönigin und des Himmelskönigs, die ihre wahren Absichten und Ziele lange im Verborgenen hielten.

Sie alle werden Geschichte schreiben, eine Geschichte, die erzählt werden will...

Eine ungeplante Begegnung