Und irgendwann...

#newpipertalent Seeking Love - Der Deal (Band 1)

Und irgendwann...

„Und irgendwann wird genau dieser eine Mensch in dein Leben treten und dir all das geben, was du dir immer gewünscht hast.“
Diesen Satz habe ich schon so oft gelesen. Immer und immer wieder. Aber ich konnte nicht glauben, dass die Worte wirklich wahr sind.
Mein Leben hatte sich innerhalb kürzester Zeit schlagartig verändert, sodass ich es nicht mehr wiedererkannte. Ich erkannte mich nicht mehr wieder. War mir fremd. Ich ging durch ein heftiges, emotionales Up & Down. Kämpfte mit Selbstzweifeln und Ängsten. Ich hasste das Leben, weil es so unfair war.
Binnen weniger Monate und Wochen war so viel geschehen. Dinge, die ich nicht erwartet hatte und die mich völlig überforderten. Dinge, von denen ich geglaubt hatte, sie würden nie Realität werden. Doch das wurden sie. Ich wusste nicht mehr, was ich fühlen oder denken sollte. Ich wusste nur, dass ich mich so fühlte, als wäre ich nicht mehr ich selbst.
Ich stand vor meinem Leben. Es hatte mir mit voller Wucht den Boden unter den Füßen weggerissen. Zerbrach in tausend Scherben, die mich wie eine unerwartete, gewaltige Flutwelle überrollten. Sie überraschte und erdrückte mich. Raubte mir die Luft zum Atmen. Jedoch konnte ich nichts dagegen tun. Jede einzelne Erfahrung, jeder einzelne Schicksalsschlag, jedes einzelne Ereignis - auch wenn es noch so klein und unbedeutend war, brannte sich wie heißes Feuer in meine Haut. Manche Wunden verheilten. Aber ihre Narben blieben als Erinnerung.
Ich hatte Angst. Angst vor dem Unbekannten. Angst vor dem Leben. Angst davor, mich zu trauen, den Schritt zurück ins Leben zu machen.
Denn das war einen weiten Sprung von der Normalität entfernt. Es war mir fremd geworden. Es fühlte sich so an, als wäre ich aus einem Traum herausgerissen worden. Einem Traum, in dem die Welt noch in Ordnung war.
Stattdessen wurde ich in die harte Realität katapultiert. Wie gerne ich zurück in die Vergangenheit rennen wollte, eine unnachgiebige Tür hielt mich davon ab. Diese Tür verschloss sich und bewahrte die Vergangenheit vor mir. Hielt mich fest und zwang mich dazu, in der Gegenwart zu bleiben.
„Du musst loslassen“, hieß es immer. „Lass die Vergangenheit los und lebe im Moment.“
Ich lebte weiter. Loslassen konnte ich jedoch nicht. Ich wollte es nicht einsehen. Verzweifelt klammerte ich mich an meiner Vergangenheit fest, als wäre sie der rettende Anker inmitten der stürmischen See. Niemand verstand mich. Niemand wusste, wie es war, wenn einem all die Illusion genommen wurde.
Ich verlor mich in meiner Welt. Der Welt der Bücher. Fantasie. Meiner Welt. Ich erfand Geschichten. Es machte mir Spaß, neue Welten zu erschaffen und in sie einzutauchen. In das Leben meiner Charaktere zu wechseln. In eine Welt, in der mein Leben in Ordnung war.
Doch dann trat diese eine Person in mein Leben, die mich besser kannte als ich mich selbst und mich aus meinem Schneckenhäuschen herausholte. Die mir zeigte, was es heißt zu leben.
Austin Anderson.

Ich höre auf, zu tippen, und löse meine Finger von der Tastatur. Zufrieden überfliege ich den Text. Mein Herz pocht unglaublich schnell, weil ich so aufgeregt bin. Dennoch bin ich zufrieden mit meiner Entscheidung. Es hat mir viel Überwindung gekostet, mein Leben aufzuschreiben. Noch mehr Überwindung kostet mir der nächste Schritt.
Mein Finger schwebt noch kurz über der Maus, doch dann klicke ich auf veröffentlichen.

Seeking Love - Der Deal

Die Geschichte von Railey Young

Prolog - Drei Jahre zuvor