Kapitel 1

Songbird

Kapitel 1

Es war hell, viel zu hell und schon jetzt am frühen Morgen zu heiß zum weiterschlafen. Stöhnend wälzte ich mich im Bett herum, denn eigentlich wollte ich mein letztes Ferienwochenende so richtig mit Gammeln und Nichtstun vergeuden. Das hatte ich zwar schon die letzten sechs Wochen gemacht, aber wenn man etwas anfängt, sollte man es auch richtig zu Ende bringen. Müde torkelte ich zum Fenster und zog die Gardinen zu, nur um mich dann wieder, völlig erschöpft von der Anstrengung, ins Bett fallen zu lassen.

Dies waren mit Abstand die längsten Sommerferien meines Lebens und obwohl die Stadt vor lauter Touristen aus allen Nähten platzte, war sie für mich wie ausgestorben. Alle waren weg gewesen. Meine Eltern, meine Freunde, sogar mein Bruder. Nur ich entschied mich dafür in Berlin zu bleiben. Im Nachhinein eine schlechte Wahl. Die Stadt war stickig und heiß, aber da sowieso niemand da war, musste ich auch nicht oft vor die Tür. Es sei denn ich ging in die Bibliothek oder musste Lebensmittel besorgen. Aber da komme ich mit weniger aus, als meiner Familie lieb ist.

Aus dem Wohnzimmer drang Musik und ich hörte meine Eltern in der Küche herumhantieren. Genervt schob ich meinen Kopf unter das Kissen, um die widerlich gute Laune meiner Eltern auszublenden. Es nützte nichts - an Schlaf war nicht mehr zu denken. Langsam kroch ich aus dem Bett, schlurfte in Unterwäsche ins Bad, wusch mir den Schlaf aus den Augen und versuchte das Chaos auf meinem Kopf zu richten. Vergeblich. Zurück in meinem Zimmer zog ich mir schnell ein viel zu langes und schon völlig ausgeblichenes Tenacious D T-Shirt von meinem Bruder über und ging in die Küche. Mein Vater stand am Herd und machte sein obligatorisches Wochenendrührei, während meine Mutter mit der neuen Kaffeemaschine kämpfte, die merkwürdigerweise bei jedem funktionierte, nur bei ihr nicht.

„Morgen Süße", sagte sie, als sie mich erblickte und wandte sich an meinen Vater. „Ist es nicht toll, wie sie es immer wieder hinkriegt, genau dann aufzustehen, wenn das Frühstück fertig ist, Schatz?!"

„Ja, Wahnsinn! Ich bin auch immer wieder aufs Neue über soviel Talent erstaunt", flötete mein Vater, ging mit der Pfanne voll Rührei an mir vorbei und drückte mir einen Guten - Morgen - Kuss auf die Wange.

„Und ich bin jedes Mal über eure abartig gute Laune am Morgen erstaunt. Das ist echt kaum zum Aushalten." Ich verdrehte die Augen, schnappte mir eine Schüssel aus dem Schrank, kippte Müsli hinein, kramte einen sauberen Löffel aus dem Geschirrspüler und setzte mich an den Esstisch.

Nun war es an meiner Mutter, die Augen zu verdrehen.

„Du meine Güte, Ella. Wir haben frische Brötchen und Rührei und du würgst jeden Tag dieses trockene Zeug runter."

„Ist doch gar nicht trocken, siehst du?!", antwortete ich grinsend, schnappte mir die Frischmilch und ließ sie über mein Müsli schwappen.

Kaum dass ich den ersten Löffel in den Mund schob, sprang auch schon unsere Katze auf meinen Schoß und versuchte ihre Pfote in die Milch zu tunken.

„Oh Mann Pixie, hörst du wohl auf!", stöhnte ich, hob sie auf ihren Hocker neben meinem Stuhl und goss ihr etwas von meiner süßen Müslimilch auf eine Untertasse.

Ja richtig, unsere Katze durfte mit uns am Tisch sitzen oder vielleicht eher wir mit ihr. Der Name unserer Katze Pixie, war - wie die meisten Namen in diesem Haushalt - auf dem Mist meiner Mutter gewachsen; die Pixies zählten schon seit den Achtzigern zu ihren Lieblingsbands. Ich bekam den Namen Ella, weil sie das Lied 'Ella elle l'à von France Gall liebte und fand, jede Frau müsste ein bisschen so sein, wie die Ella im Song. Ich mochte meinen Namen; es hätte mich durchaus schlimmer treffen können. So wie meinen über drei Jahre älteren Bruder. Kurt. Ich meine, was hatten sich meine Eltern dabei nur gedacht? Bloß weil ihr Jugendheld Kurt Cobain war? Obwohl, Kurt konnte wirklich froh sein, dass sie ihn nicht Buzz oder Ozzy oder DeeDee genannt hatten. Bei meiner Mutter war alles vorstellbar. Mittlerweile fand mein Bruder seinen Namen aber doch ziemlich gut. Seitdem er mit seinem besten Kumpel Sam eine eigene Band hatte und Schlagzeug spielte, war er der Meinung, der Name sei so selten und deswegen überhaupt nicht Mainstream, dass er schon wieder cool wäre. Ich versuchte ihn immer vom Gegenteil zu überzeugen. Meiner Meinung nach konnten so nur dicke, bärtige, schmerbäuchige, ältere Männer heißen.

„Ist denn eigentlich schon die versprochene Postkarte von Kurt angekommen?", fragte ich kauend meine Eltern.

„Ja, kaum zu glauben, aber wahr. Er hat tatsächlich eine geschickt. Und obwohl er erst seit einer Woche wieder in Berlin ist, ist sie schon heute angekommen", grinste mein Vater und holte die Karte aus dem Flur.

Das Motiv darauf war wahnsinnig originell. Es zeigte Meer.

Na toll, das konnte doch echt überall sein und hinten stand geschrieben:

Liebe Grüße aus Cold Hawaii sendet euch KURT.

Das war typisch für ihn, aber ich musste zugeben, dass es für ihn glatt eine Meisterleistung war, überhaupt eine Karte aus seinem Urlaub zu schreiben. Wahrscheinlich hatte er sie selbst in unseren Briefkasten geschmissen.

Kurt war mit Sam drei Wochen in Dänemark surfen. Das hatten sie sich vorgenommen, seit wir vor sechs Jahren zusammen mit meinen Eltern auf dem Fahrrad die dänische Nordseeküste abgefahren sind und diesen Sommer hatten sie endlich nach langem Sparen und einer großzügigen Finanzspritze von meinen Eltern ihren Plan verwirklicht. Meine Eltern waren währenddessen wieder auf einer ihrer Rucksacktouren gewesen und ich hockte hier fest; aber ich wollte es ja eigentlich auch so.

Kopfschüttelnd legte ich die Karte auf den Tisch und beobachtete, wie meine Eltern wieder ihr Lieblingsspiel - Songtitel und Interpret aus dem Radio erraten - spielten. Meistens verlor mein Vater, denn meine Mutter hatte ein riesengroßes, unnützes Musikwissen gesammelt, was ihr nur beim Wochenendfrühstück etwas brachte.

„Tja Liebling, mein Gehirn besteht zu drei Prozent aus Namen, zu zwei Prozent aus Telefonnummern, fünf Prozent Schulwissen und 90 Prozent Songtexte."

Auch heute hatte sie wieder haushoch gewonnen.

Meine Eltern waren fast schon ihr ganzes Leben zusammen und immer noch schwer ineinander verliebt. Ich wusste echt nicht, wie sie das machten, denn mein Bruder und ich waren bis heute nicht fähig, uns richtig in jemanden zu verlieben, geschweige denn eine Beziehung mit jemandem zu haben. Ich pflegte keine oberflächlichen Freundschaften und ging so gut wie nie auf Partys. Da lernte man nur schwer jemanden kennen. Ich hing lieber mit meinen besten Freunden Emma und Milo ab.

Emma und Ella. Wir zwei waren seit der fünften Klasse praktisch unzertrennlich und seit vier Jahren gehörte Milo, nachdem er neu in unsere Klasse gekommen war, auch noch mit zu uns.

Leider hatte ich unser unschlagbares Trio in den letzten zehn Monaten irgendwie gesprengt. Zum einen, weil ich nicht genau wusste, wie die Dinge zwischen mir und Milo standen und zum anderen, weil ich das vergangene Schuljahr in England verbracht hatte. Ermöglicht hatte das Tante Cordula. Genauer gesagt: ihr Ableben und die damit verbundene kleine Erbschaft, die meinen Eltern zugute kam. Und während sie meinen Bruder mit dem Geld in Sachen Wohnung und Urlaub unterstützten, dachten sie sich, dass es das Beste für ihre Tochter wäre, ihren Horizont bei einem Auslandsjahr zu erweitern und so das restliche Geld auf den Kopf zu hauen. Im Nachhinein konnte ich immer noch nicht sagen, ob ich ihnen dankbar für diese Erfahrung sein sollte. Auf jeden Fall hatte ich gelernt, dass meine Vorstellung und die des Reiseunternehmens bezüglich sorgfältig ausgewählter Gastfamilien stark voneinander abwichen. Vielleicht war ich aber auch nur durch meine eigene Familie zu verwöhnt.

Ab morgen musste ich also sozusagen die elfte Klasse wiederholen, während meine Freunde schon ihr Abschlussjahr begannen. Es war eigentlich nicht so schlimm, da wir sowieso nicht so viele Kurse zusammen gehabt hätten, aber ich fühlte mich doch ein bisschen abgehängt.

„Hast du heute noch was schönes vor, Ella?", fragte mein Vater. „Triffst du dich endlich mit Emma?"

„Nö, Emma ist übers Wochenende bei ihrem Vater und Milo ist erst heute Nacht mit dem Flieger aus Spanien zurückgekommen und pennt bestimmt den ganzen Tag. Ich sehe die beiden also erst übermorgen in der Schule wieder - falls überhaupt."

Milo ... keine Ahnung, wie ich ihm gegenübertreten sollte. Wir hatten uns seit der letzten Silvesternacht nicht mehr gesehen. Und jetzt war Anfang August.

Ich schob meine halbvolle Schale beiseite. „Ich werde heute einfach ganz gemütlich mein Schulzeug vorbereiten, ein Bad nehmen und vielleicht kämme ich mir sogar noch die Haare", antwortete ich breit grinsend.

„Na wenn das nicht nach einem gut durchdachten und ausgefüllten Tagesplan klingt, findest du nicht auch Jenny?!", amüsierte sich mein Vater.

Meine Mutter fand das natürlich überhaupt nicht, sie konnte nie verstehen, dass ich gerne zu Hause war. Und noch viel weniger fand sie, dass eine erwachsene Frau Jenny heißen sollte; nicht mal zu einer Jennifer hatte es gereicht, was sie meiner Großmutter schon seit etlichen Jahren immer wieder aufs Butterbrot schmierte. Da mein Vater aber Jens hieß, fand ich, dass das wunderbar zusammenpasste. Jenny und Jens. So wie Susi und Strolch. Romeo und Julia.

Nachdem mein Vater uns noch einen zweiten Kaffee, den man auch trinken konnte, gemacht hatte, räumten wir zusammen den Tisch ab.

„Weißt du Süße, ich glaube, das fällt morgen gar nicht weiter auf, dass du wiederholst, es gibt doch in der Kursphase eh keine Klassen mehr", sagte meine Mutter, nachdem sie meine Sorgenfalte auf der Stirn bemerkte.

„Schon möglich, dass es die meisten anderen gar nicht bemerken, aber mir fällt es auf. Immerhin muss ich ein Jahr länger in der Schule sein. Und wenn Emma und Milo fertig sind, bin ich immer noch dort." Es frustrierte mich.

„Jetzt kommt dir so ein Jahr vielleicht unglaublich lang und vergeudet vor, aber später zählt das nicht und deine Freunde werden mit ihrem Leben nicht weiter voraus sein, als du es bist." Sie nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest an sich. Es war in dem Moment genau das, was ich brauchte.

„Okay, ich geh mir mal die Zähne putzen ...", sagte ich leise.

Meine Mutter ließ mich los und verfluchte das saubere Geschirr im Geschirrspüler, welches erst noch ausgeräumt werden musste, damit das Dreckige rein konnte. Wenn es nach ihr ginge, müsste es noch einen Geschirrspülausräumapparat geben.

Nachdem ich mich im Bad fertig gemacht hatte, zog ich mich in mein Zimmer zurück. Tja, was hatte ich zu tun?! Stifte anspitzen, zwei Blöcke heraussuchen. Fertig. Das war also meine Tagesaufgabe. Nicht sehr berauschend. Ich ließ mich auf mein Bett fallen, verschränkte die Hände hinter meinem Kopf und starrte an die Decke, bis Pixie auf mich drauf sprang, an meinen Achseln schnupperte und mich ableckte. Diese Katze kam immer im richtigen Moment. Ich kraulte sie am Ohr, woraufhin sie sich sofort auf mir niederließ und anfing, laut zu schnurren. Pixie verstand mich immer und wusste genau, wann es mir nicht gut ging und ich sie brauchte. Obwohl, wahrscheinlich war es ihr egal, wie es mir ging, Hauptsache, sie wurde den ganzen Tag gestreichelt.

„Hey Ella." Meine Mutter steckte ihren Kopf in mein Zimmer.

Oh Mann, ich war tatsächlich bei der Hitze mit der Katze auf meinem Bauch wieder weggedöst. Ich musste schon sagen, ich hielt mich sehr gut an meinen Gammeltagplan.

„Hast du Lust bei Kurt vorbeizufahren und ihm seine frisch gewaschenen Klamotten vorbeizubringen?"

„Was? Warum sollte ich zu so etwas Lust haben?! Ich bin doch kein Lieferservice. Wenn er sie schon nicht selbst wäscht, kann er sie sich doch wenigstens abholen."

Kurt war vor über zwei Jahren ausgezogen und hatte mit Sam eine WG gegründet, aber sie hielten es trotzdem nicht für notwendig, sich eine Waschmaschine zuzulegen. Meine Mutter war bestimmt froh darüber; so konnte sie sicher sein, dass er wenigstens regelmäßig vorbei kam.

„Ja, du hast ja recht, ich dachte nur, falls du nichts zu tun hast, könntest du doch ein bisschen raus an die frische Luft."

„Frische Luft? Bei der Hitze? In Berlin?!", warf ich ein.

Sie setzte ihren Bettelblick ein.

Leicht genervt gab ich nach. „Meinetwegen. Ich wollte mich sowieso noch um mein Fahrrad kümmern, das kann ja dann Kurt übernehmen."

„Super, danke Liebes. Ich stopfe dir die Wäsche in die Fahrradtasche."

Damit war sie verschwunden. Ich rappelte mich auf - was Pixie gar nicht gefiel, denn nun musste sie sich einen anderen Schlafplatz suchen - kramte mir eine schwarze Jeans und ein T-Shirt, welches auch passte, aus meinem Schrank und zog mich an. Im Flur schnappte ich mir die Fahrradtasche, verabschiedete mich kurz von meinen Eltern und rannte die Treppe hinunter. Auf dem Hof schloss ich mein uraltes Rad ab; ein seegrünes Dusika. Mein Vater hatte es mir zum dreizehnten Geburtstag restauriert, nachdem es vier Jahre herrenlos in unserem Gemeinschaftskeller herum stand. Es klapperte und schepperte und machte den Eindruck, es könnte jeden Moment auseinanderfallen, aber irgendwie passte es einfach zu mir.

Nicht ein Luftzug erfrischte die Stadt, als ich die sechs Kilometer unter der grellen Sonne zu Kurts und Sams Wohnung fuhr. Das Haus lag in einer abgelegenen Seitenstraße, direkt hinter dem S-Bahnring und war das einzige Mietshaus zwischen unzähligen Autowerkstätten und Garagen. Schräg gegenüber war ein altes Fabrikgebäude, in dem ihre Band einen Proberaum hatte und dessen Keller einen kleinen Club beherbergte, der mittlerweile nicht mehr nur Insidern bekannt war. Ich fuhr an den, mit Graffiti besprühten, Mauern vorbei, unter der S-Bahnbrücke hindurch und direkt in den offenstehenden Hauseingang hinein. Nachdem ich die Fahrradtasche umständlich abgezerrt hatte, lief ich ins erste Obergeschoss. Die Wohnungstür stand wie meistens offen und laute Musik drang aus ihrem Inneren. Hier konnte echt jeder ein- und ausgehen wie er wollte. Zumindest hatten sie keine Waschmaschine, die geklaut werden konnte. Und auch sonst nicht viel.

Kurt saß auf dem Fensterbrett, rauchte eine selbst gedrehte Zigarette und las ein Buch. Seine blonden, langen Locken hingen ihm vor dem Gesicht und anscheinend ließ er sich einen Bart wachsen. Wie konnte er sich bei der lauten Musik nur konzentrieren?

„Hey Kurt, Wäscheservice", rief ich und ließ die Tasche auf den Boden fallen.

„Schwesterherz, super! Mir mangelt es schon an frischen Boxershorts."

„Ja, das dachte sich unsere Mutter schon und wir wissen ja, dass du clever bist, aber unfähig im Lösen von Alltagsproblemen. Deswegen kommt der Pöbel mit deiner Wäsche zu dir", stichelte ich grinsend und ließ mich in den alten, abgeranzten Sessel plumpsen. „Und zur Wiedergutmachung und damit du dich nicht völlig nutzlos fühlst", fuhr ich fort, „darfst du mir mein Rad aufpumpen und die Bremsen nachziehen, damit ich Montag unbeschadet zur Schule komme."

„Stets zu Diensten. Was würdest du nur ohne mich machen, Ella?!", sagte er geschwollen.

„Dito. Und wann hast du eigentlich zum letzten Mal was nahrhaftes gegessen und nicht nur Tiefkühlpizza?!", meinte ich mit Blick auf seine hängenden Jeans.

„Ich glaube, das war in Dänemark. Hot Dogs."

„Ich sagte, was nahrhaftes und nicht labberiges Fastfood. Apropos Dänemark, da du immer noch so blass bist, wie an Weihnachten, nehme ich mal an, dass Cold Hawaii seinem Namen alle Ehre gemacht hat."

„Jip, wir haben uns echt den Arsch abgefroren, aber so bleich wie du bin ich nicht. Hast wohl den Sommer hinter zugezogenen Gardinen verbracht?!"

Obwohl er damit gar nicht so Unrecht hatte, streckte ich ihm die Zunge raus und marschierte zum Kühlschrank. Gähnende Leere. Nichts, außer einem, seit drei Wochen abgelaufenem, Joghurt, einer Milch und einer braunen Banane. Na wenigstens kauften sie sich Obst. Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute ich zu Kurt.

„Ist ja schon gut", entschuldigte er sich. „Bender ist gerade zum Späti"

Ich konnte es einfach nicht verstehen, warum sich Jungs immer mit dem Nachnamen anreden mussten. Für mich jedenfalls blieb Sam Sam und Kurt Kurt. In diesem Moment kam auch schon Sam mit seiner dümmlich kichernden Freundin Sarah zur Tür hereingepoltert. Wir zwei hatten das unangenehme Vergnügen uns bei einem Familienessen zwischen den Feiertagen kennenzulernen, bei denen Sam grundsätzlich nicht fehlen durfte und er sie zum ersten Mal mit anschleppte.

„Hi Ella", sagte er ruhig.

Sarah und ich nickten uns nur stumm zu. Wir konnten uns beide nicht leiden. Ich fand sie einfach nur oberflächlich und langweilig und viel zu hübsch. Einfach öde perfekt. Bis auf ihre Augenbrauen. Die sahen so aus, als wären sie von Nike gesponsert worden. Sie fand mich anscheinend auch nicht besonders toll und so beruhte unsere Ablehnung auf Gegenseitigkeit.

„Okay", sagte sie an Sam gewandt. „Ich mach mich mal los, aber keine Sorge, ich komme heute Abend nochmal vorbei." Sie zog ihn an sich und küsste ihn sehr intensiv. Mussten sich die Leute immer in aller Öffentlichkeit so abschlabbern?! Ich drehte mich weg und schaute Kurt an, der die Augen verdrehte.

„Alter, wenn ich jetzt was im Magen hätte, müsste ich glatt kotzen", unterbrach er die beiden ungeniert.

Sarah bedachte ihn noch mit einem giftigen Blick, bevor sie endlich die Wohnung verließ.

Nachdem sie gegangen war und Sam sich verlegen am Hinterkopf kratzte, fragte mein Bruder: „Und Alter, was gibt' s zu futtern?"

Sam packte seine Beute aus dem Späti auf den Küchentisch. „Hm, also wie wär' s mit Spiegelei auf Salami mit Schmelzkäsescheiben?"

„Igitt", entfuhr es mir. Ich kramte im Küchenschrank herum und fand eine volle Packung Mehl. Neben dem Herd stand noch eine Flasche Öl. „Okay Jungs, wie wär' s damit: ihr pfeift euch die Wurst und den Käse so rein oder wartet bis noch ein Brot den Weg in eure Bude findet und ich hau euch ein paar Eierkuchen in die Pfanne."

Mein Bruder kam zu mir und verstrubbelte meine Haare. „Super Idee. Ist sie nicht wie eine Mutter zu uns?!"

„Ja, ist sie", sagte Sam knapp und suchte mir eine Schüssel heraus, während Kurt die Salami - und Käsescheiben zusammenrollte und sich so in den Mund schob. Dann setzte er sich wieder aufs Fensterbrett und widmete sich seinem Buch.

Sam half mir unterdessen. Er schlug die Eier auf, während ich das Mehl abwog.

Wir kannten uns jetzt schon so lange und im Prinzip war er fast wie ein Bruder für mich. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst war, schwärmte ich für ihn seit ich zwölf war. Und daran hatte sich eigentlich bis heute nichts geändert.

Seit der siebenten Klasse waren Kurt und er die besten Freunde und Sam war fast täglich bei uns ein- und ausgegangen. Mein Bruder war immer sehr lebhaft und hatte mit Sam seinen Ruhepol gefunden. Sie ergänzten sich einfach super, hatten aber auch viel gemeinsam.

Ich kippte die Eier, Milch und das Mehl zusammen, gab noch einen Löffel Zucker und einen großen Schluck Öl hinzu und streckte die Hand zu Sam hin. „Schwester, den Mixer bitte!" Gehorsam reichte er mir den Schneebesen.

Ich rührte wie eine Besessene und weil es sowieso schon so heiß war, kam ich dabei richtig ins Schwitzen.

„Tupfer, bitte!", scherzte ich.

Sam nahm ein Küchenhandtuch, strich mir meine langen Haare aus dem Gesicht und tupfte mir sanft die Stirn ab. Ich vergaß völlig, den Teig weiterzurühren.

„Äh, danke", sagte ich leise.

„Keine Ursache, Doktor." Er ging ein Stück zurück und lehnte sich gegen die Arbeitsplatte.

„Ella, du weißt doch, dass ich im Zuge meines Studiums ein Referendariat absolvieren muss."

Klar wusste ich das. Was ich jedoch nicht wusste, um genau zu sein, überhaupt nicht verstehen konnte, war, wieso man eine Klasse übersprang, währenddessen als Schülerstudent die Uni besuchte, sein Abi mit Eins absolvierte, nur um dann wieder auf einer Schule als Lehrer zu enden?! Irgendwie dachte ich immer, er hätte Größeres vor.

„Ja, und?!" Ich zuckte mit den Schultern.

„Es kann sein, dass du dieses Jahr ein paar Kurse bei mir hast."

„Oh." Ich hielt mit dem Rühren inne. „Du hast dich an deiner alten Schule beworben? Muss ich dich dann siezen?"

Mehr fiel mir dazu im Moment nicht ein.

Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen und er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, darüber habe ich mir bisher noch nie Gedanken gemacht."

Natürlich nicht. Über so etwas Profanes konnte auch nur ich mir Gedanken machen.

„Aber ich denke schon. Du kannst mich ja in den Pausen duzen."

„Als ob ich den Pausen mit Lehrern rumhängen würde." Ich schluckte.

Das klang jetzt wahrscheinlich fieser, als ich es beabsichtigt hatte, aber ehrlich gesagt, ich war fassungslos. Ich hatte bisher noch nie darüber nachgedacht, doch jetzt fand ich es irgendwie erniedrigend, dass er vor mir als Lehrer stehen sollte und mich anhand meiner Leistungen bewertete. Das wollte ich nicht. Ich wusste nicht weshalb, aber es war mir total unangenehm.

Ich wischte mir die Hände an meiner Hose ab. „Kurt kannst du mal bitte mein Rad flott machen, ich muss langsam nach Hause."

Plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis nur noch hier abzuhauen; keine Ahnung warum, aber meistens ging ich Konflikten aus dem Weg und machte mein Gefühlschaos mit mir selbst aus.

Kurt schaute abwesend von seinem Buch hoch, stand dann aber doch langsam auf und schlurfte zur Tür raus. Ich setzte mich auf den Tisch, knabberte an meinen Fingernägeln und beobachtete schweigend Sam, wie er den Teig in die heiße Pfanne goss. Wie konnte jemand wie er nur Lehrer sein? Wenn ich den Querschnitt meiner Lehrer betrachtete, dann fiel mir nur alt, unattraktiv, uncool und langweilig ein. Okay, mein Vater war auch Lehrer und auf ihn trafen die meisten Punkte in meinen Augen natürlich nicht zu, aber erst recht nicht auf Sam. Er war gerade mal einundzwanzig, schlank und muskulös und seine zerzausten, braunen Haare fielen ihm auf die Schultern. Er war Musiker und ich konnte ihn mir absolut nicht als öden Lehrer vorstellen. Aber das passte ja gut zu seiner öden Freundin. Wahrscheinlich hatte ich auch einfach ein falsches Bild von ihm.

Wir schwiegen uns weiter an. Vielleicht hatte er ja mit einer anderen Reaktion gerechnet. Hatte er wirklich gedacht, ich wäre darüber begeistert? Möglicherweise verwirrte ihn meine Reaktion genauso wie mich; er wollte mich nur informieren und ich verhielt mich wie eine Grenzdebile.

„So, erledigt", sagte Kurt, als er wieder zur Tür herein kam. Er wischte sich die Hände an seiner Jeans ab. „Wann gibt 's was zu futtern?"

„Ehrlich Kurt, es ist einfach unfassbar. Wie konnten wir nur bei den gleichen Eltern aufwachsen und trotzdem weißt du nicht, was zu tun ist, um nicht zu verhungern?"

„Tja, mir haben unsere alten Herrschaften eben Talent, Intelligenz und gutes Aussehen mit auf den Weg gegeben und dir das Wissen darüber, wie man ein Ei in die Pfanne schlägt." Er grinste und legte einen Arm um meine Schultern. Ich kniff ihm in die Seite, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und ging zur Wohnungstür.

„Isst du nicht mit uns?", fragte Sam.

„Nein, ich glaube, ihr braucht es dringender. Ihr seht schon ganz unterernährt aus."

Mir war jetzt wirklich nicht mehr nach Gesellschaft und erst recht nicht nach den überheblichen Sticheleien meines Bruders zumute. Meine Laune war schon ganz tief im Keller und mein Ego sowieso.

„Okay, dann bis morgen", sagte er.

„Ja", antwortete ich knapp und rannte die Stufen hinunter.

Als ich auf meinem Rad die Straße entlang fuhr, kramte ich umständlich mein Handy aus meiner Jeans und wählte Emmas Nummer. Die Mailbox ging ran. „Ruf mich an!", sagte ich nur und legte auf.

Am Abend, nachdem ich aus der Dusche heraus kam, klingelte das Telefon.

„Hi Em", sagte ich beim rangehen.

„Hi El, wie geht 's dir? Nicht zu fassen, dass die Ferien schon wieder vorbei sind. Oh Gott, und Montag wieder scheiß Schule. Und du verlässt mich einfach so, ich meine, ich hab mich immer noch nicht dran gewöhnt, dass du im Unterricht nicht neben mir sitzt und nun soll es so weitergehen? Wie soll ich das bloß ohne dich aushalten?!" Sie redete mal wieder ohne Punkt und Komma. „Und jetzt das Neueste. Halt dich fest. Mein Vater kriegt ein Baby."

„Dein Vater ist schwanger?", prustete ich los. Ich spürte durch den Hörer, wie Emma tief durchatmete und konnte förmlich sehen, wie sie mit den Augen rollte.

„Nein, natürlich nicht. Seine Freundin ist schwanger, im vierten Monat. Sie hat schon fünf Kilo zugenommen und betet, dass sich alles auf ihre Brüste verteilt hat."

„Und? Wie fühlst du dich damit?", fragte ich vorsichtig.

„Eigentlich ganz gut. Ich bekomme ja keine geschwollenen Füße und 'ne Riesenwampe."

„Emma, du weißt schon, wie ich das meine."

Emmas Familienverhältnisse waren nicht ganz so geordnet wie meine.

Ihre Mutter verliebte sich auf einer langen Rucksacktour in einen Thailänder. Normalerweise war es ja eher umgekehrt, deutsche Männer schnappten sich thailändische Frauen, aber in diesem Fall war die Liebe auch nicht von Dauer und endete mit dem Datum auf dem Rückflugticket. Zuhause angekommen, stellte Emmas Mutter fest, dass sie schwanger war und fand, dass es das beste Souvenir aller Zeiten war. Irgendwann heiratete sie und ihr Ehemann adoptierte Emma; sie war für ihn wie eine eigene Tochter. Zwar hatten sich ihre Eltern mittlerweile scheiden lassen und neue Partner, aber er blieb Emmas Vater und sie besuchte ihn regelmäßig.

Emma seufzte. „Ich finde es schon toll, ich wollte doch schon immer Geschwister haben, aber es hätte ruhig ein bisschen eher sein können. Am liebsten wäre mir ja, wenn ich auch so 'nen heißen älteren Bruder wie du hätte."

Ich schüttelte mich. „Mein Bruder ist absolut nicht heiß!", erwiderte ich mit gespielter Entrüstung, denn Emma schmachtete Kurt schon seit Jahren an.

„Ja, und das ist auch eine absolut gesunde Einstellung", kicherte sie.

Wir alberten noch eine Weile herum und verabredeten uns dann für Montag in der ersten großen Pause an unserer üblichen Stelle.

Wir hatten gar nicht über Sams Referendariat gesprochen, aber es kam mir jetzt auch nicht mehr so wichtig vor. Wahrscheinlich hatte ich einfach überreagiert. Stand es mir überhaupt zu, seinen Weg zu kritisieren, nur weil ich mich bei der Vorstellung, er wäre mein Lehrer, unwohl fühlte? Ich beschloss, der Sache nicht so viel Platz einzuräumen.

Am letzten Abend der Ferien veranstalteten meine Eltern immer ein opulentes Familienmahl. Das hatte schon lange Tradition bei uns und würde wahrscheinlich auch noch stattfinden, wenn keines ihrer Kinder mehr zur Schule ginge und mein Vater längst Rentner wäre. Sie hielten an ihren Ritualen fest und ich musste zugeben, einige davon sehr zu genießen.

Ich half meiner Mutter schon am frühen Nachmittag bei den Vorbereitungen. Sie hatte sogar einen richtigen, echten Lachs besorgt. Nicht in Blöcken tiefgefroren, sondern frisch. Der musste ein kleines Vermögen gekostet haben. Mein Vater hatte sich warmen Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern zum Dessert gewünscht; dafür war ich zuständig. Ich hackte die dunkle Schokolade und schmolz sie, zusammen mit unfassbar viel Butter, über dem Wasserbad, während meine Mutter mit einer Pinzette über dem toten Fisch hing. Ich ahnte schon, dass es die Gleiche war, mit der sie uns sonst die Splitter herauszog.

Der Teig war schnell vorbereitet und ich füllte ihn in kleine Souffléförmchen, die nur noch am Abend in den Ofen geschoben werden mussten.

„Du musst eins mehr machen.", sagte meine Mutter, nachdem ich den gesamten Teig auf fünf Schälchen verteilt hatte.

„Das sagst du mir erst jetzt? Wieso denn?"

„Sam bringt Sarah mit."

Leicht genervt, knallte ich ein wenig unsanft die große Plastikschüssel auf die Arbeitsplatte. „Sie kann meins haben."

Meine Mutter sah mich vorwurfsvoll an. Ich wusste genau, was dieser Blick zu bedeuten hatte, aber ich wollte nicht darauf eingehen. Ich aß zu wenig. Definitiv.

„Kannst du nicht bei jedem etwas raus machen, sodass es für sechs reicht?"

„Nein, außerdem haben wir nicht mal mehr genügend Förmchen seit dem letzten Mal."

Damals hatte ich mir so die Finger verbrannt, dass ich alles fallen ließ und nur noch dabei zuschauen konnte, wie alles in tausend Stücke zerbrach. Ich stemmte meine Hände in die Hüften. „Entweder sie bekommt meins oder wir müssen die dreizehnte Fee wieder ausladen."

Meine Mutter lachte. „Das wäre ein schlechtes Omen, Dornröschen."

„Warum muss Sarah - die Augenbraue überhaupt mitkommen?!"

„Ich weiß, du kannst sie nicht leiden." Sie seufzte. „Ich finde Sarah auch nicht so prickelnd, aber sie ist Sams Freundin, und er gehört schließlich zur Familie.

Sie hatte recht. Sam gehörte zu uns. Schon seit langem. Er war Kurts bester Freund und im Laufe der Jahre für meine Eltern wie ein zweiter Sohn und für mich fast wie ein Bruder geworden. Obwohl er mich, im Gegensatz zu meinem richtigen Bruder, nie bevormundete oder über mich herzog.

Am frühen Abend deckten wir den Tisch auf dem Balkon. Es war heute zum Glück nicht ganz so heiß wie die letzten Tage, und man konnte es draußen ganz gut aushalten. Meine Mutter sorgte dafür, dass alles so perfekt wie im IKEA - Katalog aussah. Außerdem hatte mein Vater einen grünen Daumen, sodass unser Balkon einer kleinen, grünen Oase glich. Der Oleander wucherte und unsere Clematis kletterte schon zu den Nachbarn. Leider hatte ich nichts davon geerbt. Bei mir starben sogar Kakteen.

Irgendwann kam mein Vater aus seinem Arbeitszimmer geschlurft. Er war schon wieder voll im Schulmodus, da er bereits seit Mittwoch mit seiner Anwesenheit glänzen, an irgendwelchen Konferenzen teilnehmen und den Unterricht vorbereiten musste. Er übernahm eine neue siebente Klasse als Klassenlehrer. Gerade erst hatte er seine Zehnte in die Kursphase entlassen, erlebt, wie aus einer wilden Horde denkende Menschen wurden und nun ging das ganze wieder von vorne los. Müde rieb er sich die Augen - seine Brille steckte in seinen Haaren - und legte dann die Hände um die Hüften meiner Mutter.

„Mmh, das riecht aber lecker. Ich hoffe es gibt heute kein Schwein oder so, sonst würde mich der Fischgeruch jetzt etwas irritieren." Mit zwei Fingern tauchte er in die Salatschüssel ein und angelte sich ein Stück Mozzarella.

Meine Mutter gab ihm einen Klaps auf die Finger. „Aus! Jens! Die Jungs sind noch nicht mal da."

„Aber ich hab Hunger", maulte er. „Wann kommen sie denn?"

Sie schaute auf die Uhr. „Vor zehn Minuten. Aber wir räumen unserem Klugscheißer mal das akademische Viertel ein."

In dem Moment klingelte es auch schon an der Tür. Obwohl mein Bruder immer noch einen Schlüssel hatte, ließ er sich dennoch fast jedes Mal persönlich empfangen. Mein Vater stürmte zur Tür - er musste echt tierischen Hunger haben - während ich die letzten Gläser auf dem Tisch verteilte. Ich vernahm, wie sich alle fröhlich begrüßten und sich freuten, vor allem mein Vater, dass es endlich was zu Essen gab. Kurt kam durchs Wohnzimmer raus auf den Balkon. Meine Mutter stürmte hinterher und fing an den Tisch abzudecken.

Ich sah sie fragend an. „Was machst du da? Passt dir meine ..."

„Mehr Dessert für alle", flötete sie.

Aah, ich verstand. Sarah war also nicht mitgekommen.

Irgendwie freute mich das.

Das Essen war einfach nur lecker; obwohl meine Mutter und ich etwas fassungslos mit ansehen mussten, wie das Ergebnis unserer fast vierstündigen Arbeit in der Küche von diesen drei ausgewachsenen Männern in weniger als fünfzehn Minuten weggeputzt wurde.

„Ich dachte, du bist aus dem Fressalter raus", sagte ich und schob meinem Bruder meinen Nachtisch herüber.

„Ich brauche eben nicht nur geistige Nahrung", sagte er mit vollem Mund.

„Okay, wer ist dafür, dass Kurt den Abwasch macht?"

Alle hoben ohne zu zögern die Hand und grinsten ihn breit an.

„Warum ich?", fragte er voller Entrüstung.

„Na weil du der Einzige bist, der morgen nicht früh raus muss und noch schön seine Semesterferien genießen kann."

Kapitel 2